Ausstieg auf dem Rad

Der Freiburger Triathlonprofi Andi Böcherer, der mit hohen Erwartungen in die Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt am Main gestartet war, beendete das Rennen bereits nach wenigen Kilometern vorzeitig:

„Nach dem Schwimmen und 15 Radkilometern war für mich heute das Rennen zu Ende. Ich bin ganz ehrlich: das war heute einfach nicht Der Andi auf der Strecke, ich war nicht ich.“

In den letzten Wochen war Böcherer mehrfach krank und musste immer wieder im Training zurückstecken. Allerdings wollte er das vor dem großen Rennen weder als Ausrede gelten lassen noch selbst wahrhaben, dass es nicht läuft. „Im Rennen selbst war mein Körper zwar in gar nicht allzu schlechter Verfassung – aber ich war nicht wirklich bei der Sache. Dann machst du plötzlich Fehler, fängst an zu überlegen und zu zweifeln. Das ist alles „normal“ in einem Ironman. Bei mir war es heute nicht normal. Auf dem Rad habe ich Zeit noch vorn gut gemacht – und dann gemerkt, dass es heut nicht in mir steckt, dieses Abenteuer Ironman zu schaffen. Weder physisch, noch mental. Ich konnte und wollte nicht mehr.“

Deshalb bin Böcherer nach 15 Kilometern zuerst mental aus dem Rennen aus und fuhr dann dort an den Streckenrand, wo sein Coach Lubos Bilek stand. Mit sehr gemischten Gefühlen: „Es ging einfach nicht heute. Ich danke allen für das Anfeuern und den Zuspruch. Es tut mir leid, dass ich heute nichts dafür zurückgeben konnte. Ich hoffe sehr, dass trotzdem Spenden für die Familie Stentel eingehen. Sobald ich das alles verdaut und analysiert habe und weiß wie es weiter geht, lasse ich es wissen.“

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